Bewegungsmotivation – Überlebenswichtig

26. Februar 2012

Oft habe ich gehört: „Ich wußte gar nicht, dass ich da Muskeln habe, nie gespürt und jetzt auch noch Muskelkater.“ Das ist nicht immer angenehm, aber manchmal das Ziel meiner Arbeit, Muskelkater produzieren. Er lässt Sie vergessene Stellen wieder spüren. Die Motivation sich zu bewegen ist oft gering und sogar zu Recht. Obwohl die meisten doch wissen, daß sie sich mehr bewegen sollten und Sport im weitesten Sinne gesund ist,  sind wir ja so bequem. Ich bin das auch und  ich weiß, der Grund liegt in der Evolution. Wozu soll ich mich bewegen, wenn ich Energie sparen kann? Das ist schließlich überlebenswichtig. Da braucht es schon einen guten Grund. Früher hieß die Motivation Hunger. Er machte uns nervöse und trieb uns an,  etwas Essbares zu suchen oder zu jagen. Energie sparen, aber rechtzeitig wieder aufnehmen. Prima Balance, falls wir etwas zu Essen bekamen. Hat nicht immer geklappt. Daher war der Hunger die meiste Zeit des Menschendaseins Todesursache Nummer eins. Zum Glück ist das heute anders, denkt man. Immer noch gibt es nicht genug zu Essen für alle Menschen, außer in den Industrienationen. Dort  verbrauchen wir wenig Energie, um das Steak im Kühlschrank zu jagen. Tot ist es auch schon,  daher keine Lebensgefahr ein Stück Fleisch anzufassen, es wehrt sich nicht mehr. Der Weg zum tierischen Protein ist auch geschrumpft, von ca. 20 km auf zwei bis zehn Meter. Praktisch, verbraucht nicht soviel Energie. Falls es damals „Hausfrauen“ überhaupt gegeben haben sollte, sie hätten Männer zu Recht ausgelacht, wenn Sie 1000 kcal gebraucht hätten, um einem Baum seine Frucht von 50 kcal abzujagen. Negative Bilanz, schlechte Ausbeute, wen soll das nähren? Wenn wir aber einen großen Mammut erledigt hatten und noch ausreichend Energie, ihn nach Hause zu schleppen: Festmahl, große Freude für alle und Existenzsicherung bis zum nächsten Hunger. Festmahle gibt es heute auch noch zu bestimmten Anlässen. Mit vorherigem Energieverbrauch hat es aber meistens nichts zu tun.

Es ist schon paradox. Der eine Teil der Welt stirbt aus Energiemangel und kann sich daher nicht mehr bewegen, der andere Teil der Welt stirbt, weil er zu schnell an  Energie kommt, ohne sich zu bewegen. So ein Mittelding wäre nicht schlecht, zwischen Energie und Bewegung. Wir brauchen beides, unbedingt. Das ist für jeden von uns überlebenswichtig.

Wir wussten früher nicht viel über Muskeln. Es hat uns auch nicht interessiert. Denken verschwendet Energie. Es war schlichtweg notwendig, sich mehr zu bewegen. Dabei erledigt der Muskel während seiner Bewegung so einiges für uns:

Produktion von Antrieb, Hormonen, Glücksbotenstoffen, Entzündungshemmern, schüttet Neurotransmitter aus, die mit dem Gehirn und anderen Organen kommunizieren, schickt Botenstoffe an das Immunsystem, stellt aus Kohlenhydraten, Fett, notfalls aus Eiweiß Energie her (ATP=Adenosintriphosphat), sorgt für Sauerstoffdurchflutung in den Geweben, die es benötigen, lassen uns kämpfen, flüchten, feiern, tanzen und uns spüren, halten uns jung, dynamisch, gesund und lebendig. Heute sitzen wir und bewegen uns zu wenig.

Immerhin wissen wir heute all diese Dinge über Muskeln. Was nützt es, wenn es Sie nicht genug motiviert, sich zu bewegen. Sie müssen es spüren. Bewegen Sie sich. Am besten morgens und nüchtern. Eine Stunde später essen Sie Eiweiß, Fett und vielleicht ein wenig Kohlenhydrate. Haben wir schließlich bis auf die letzten hundert Jahre immer so gemacht. Es geht um die Balance zwischen Energieaufnahme und Verbrauch. Um nichts anderes, leben und überleben. Ich hoffe, diese Zeilen haben sie bewegt und etwas motiviert.

Ich wünsche es Ihnen, … ein bewegtes, motiviertes Leben mit genügend Energie.

 

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